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Am äußersten Ende der Straße Olomoucká, in relativ großer Entfernung von der bisherigen Bebauung, entstanden bereits Ende des 19. Jahrhunderts zwei umfangreiche Gesundheitseinrichtungen – zunächst die Landes-Nervenheilanstalt (1886–1889), und anschließend das Landeskrankenhaus (1897–1900), beide im Pavillonstil mit Parkanlagen. Dieser „Gesundheitsbezirk“ wurde 1912–1913 um das Privatsanatorium von Fritz Pendl erweitert; und Ende der 1920er Jahre schließlich durch eine Ordensschule für Krankenschwestern ergänzt, die in unmittelbarer Nähe des Krankenhauses auf einem von der Landesverwaltungskommission erworbenen Grundstück entstand. Auftraggeber des Bauwerks im Geiste des Neuen Historismus war die Kongregation der Barmherzigen Schwestern des Dritten Ordens des hl. Franziskus. Die Schwestern reagierten auf den steigenden Bedarf an qualifiziertem Pflegepersonal, hervorgerufen unter anderem durch die wachsende Zahl von Personen, die (insbesondere nach dem Ersten Weltkrieg) medizinische Versorgung benötigten.
Das Projekt wurde noch im Landesbauamt initiiert. Nach der Auflösung des Amts und der vorzeitigen Pensionierung vollendete es Karl Gottwald als selbstständiger Architekt. Er orientierte das dreiflügelige, viergeschossige (einschließlich Dachgeschoss) Gebäude in H‑Form in Richtung der Straße Olomoucká, zu der es sich mit einem angedeuteten Ehrenhof öffnet. Der Hauptflügel wird durch einen Risalit mit angeschlossener Terrasse und zwei Seitentreppen akzentuiert, die zum Refektorium führten. Dahinter befand sich eine dem Heiligsten Herzen Jesu geweihte Kapelle, mit einem fünfeckigen Chorabschluss und einem Turm in der Achse des Hauptflügels. Die Kapelle war durch Arkadengänge mit den Seitenflügeln verbunden. An der Ausgestaltung waren die Maler Adolf Zdrazila und Raimund Mosler sowie der Bildhauer Engelbert Kaps beteiligt. Im ersten Stock des Hauptflügels befanden sich Gästezimmer. Der südwestliche Flügel beherbergte das Heim für die Krankenpflegerinnen (Klausur). Die Pflegeschule war im Nordostflügel untergebracht und verfügte über einen separaten Eingang von der Straße Sušilova, betont durch einen massiven Risalit und abgeschlossen mit einem dreieckigen Giebel. Im Erdgeschoss weist er eine fünfachsige Arkade mit Pfeilern auf, deren Kapitelle porträtartige Reliefs in Form von Nonnenköpfen zeigen. Ihr Schöpfer war vermutlich Adolf Köhrer, mit dem Gottwald häufig zusammenarbeitete. Zwischen den Fenstern im zweiten Stockwerk befindet sich eine dekorative, barockisierende Kartusche mit einem Zitat aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther – geschaffen vom Bildhauer Josef Obeth, der auch die Statue des heiligen Franziskus an der Fassade des Südwestflügels anfertigte. Die Statue befindet sich heute auf einem Sockel vor der Terrasse des Hauptflügels. Das Erdgeschoss beherbergte neben der Eingangshalle mit einem monumentalen dreiläufigen Treppenhaus die Wohnung des geistlichen Verwalters und die Zimmer der Schwesternschülerinnen. Im ersten Stock befanden sich ein Hörsaal und weitere Zimmer, im zweiten Stock eine Bibliothek mit Lesesaal und ein größerer Studierraum. Die technischen Einrichtungen (Küche, Waschküche, Bügelraum, Schneiderwerkstatt und Kellerräume) waren im Untergeschoss untergebracht. Das gesamte Gebäudeinnere sollte eine klösterliche Atmosphäre hervorrufen und war von der Barockarchitektur inspiriert, was sich beispielsweise an den monumentalen Treppen mit schmiedeeisernem Geländer und weiteren Gestaltungselementen zeigt. Der Hauptflügel hatte einen zweiachsigen Grundriss, die Seitenflügel einen dreiachsigen.
Der Bau begann im Oktober 1928, die feierliche Einweihung erfolgte im Januar 1930. Bei der Bombardierung von Troppau im Dezember 1944 wurde das Gebäude schwer beschädigt, die Kapelle und ein Teil des Ostflügels wurden zerstört. Die Reparaturen im Jahr 1945 waren nur provisorisch. Im Jahr 1960 mussten die Schwestern das Franziscaneum verlassen. Das Areal wurde dem Krankenhaus unter der Verwaltung des Bezirksinstituts der Nationalen Gesundheit eingegliedert, das in den Jahren 1974–1977 den Südostflügel wieder aufbauen ließ. Die Kapelle wurde hingegen nicht restauriert (sie wurde durch einen Anbau im Erdgeschoss ersetzt), genauso wenig die Arkadengalerien. Im Jahr 1992 wurde das Franziscaneum an die Kongregation zurückgegeben, die es heute an private Gesundheitsdienstleister vermietet.
RR