Wohnhaus des Tierarztes Alois Trabitsch

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In der Blockbebauung der Straße Zacpalova in der Nähe des Platzes Náměstí Republiky stehen mehrere Reihenhäuser – Beispiele der Neuen Sachlichkeit der frühen 1930er Jahre. Das bedeutendste davon ist das Wohnhaus des Tierarztes Alois Trabitsch. Es befindet sich direkt gegenüber der Einmündung der Straße U Synagogy in die Zacpalova, wodurch sein zylindrischer Treppenerker den Endpunkt der Sichtachse aus dieser Straße bildet und damit eine Art point de vue schafft.

Der Bauherr erwarb das Grundstück bereits im Jahr 1926, doch mit dem Bau wurde erst nach Überarbeitung der Pläne begonnen, als der Architekt Otto Reichner mit dem erwähnten Erker-Motiv zur endgültigen Gestaltung des Hauses gelangte. Das Mehrfamilienhaus weist einen quadratischen Grundriss, eine symmetrische Raumaufteilung sowie eine gleichmäßige Gliederung der Fassaden auf. In die Mittelachse der Straßenfront platzierte Reichner den Haupteingang und darüber den zylindrischen Erker des Treppenhauses, der deutlich in die Straßenflucht hineinragt. Der Architekt verlieh der ansonsten eher schematischen Gliederung der Straßenfront eine ungewöhnliche Dynamik.  Der Erker teilt die Straßenfassade in zwei symmetrische Teile, die auf jeder Etage durch eine identische Komposition aus vier schmalen Fenstern auf durchgehenden Brüstungsgesimsen gebildet werden.

Die dynamische Konzeption in ungewöhnlicher Kombination mit einer symmetrischen Anordnung ist auch für die Hoffassade charakteristisch; dort befindet sich im ersten Obergeschoss ein auskragender Wintergarten in Form eines horizontalen Glasraums. Über diesem Wohnraum, der den Innenbereich der Eigentümerwohnung mit einem begrünten Hof im Außenbereich verbindet, befindet sich im zweiten Obergeschoss eine weit geöffnete Loggia, die eine ähnliche Funktion wie der darunter gelegene Wintergarten erfüllt. Im Untergeschoss befinden sich neben der Garage auch Wirtschaftsräume, im Erdgeschoss zwei symmetrisch angeordnete Zweizimmerwohnungen. Das erste Stockwerk war für die Wohnung des Hauseigentümers vorgesehen. Die hauswirtschaftlich genutzten Räume, belichtet durch kleine rechteckige Fenster, positionierte der Architekt auf der Straßenseite. Die Hauptwohnräume sind zum Hof hin ausgerichtet, wodurch es Reichner gelang, im relativ belebten Stadtzentrum auch das Ruhebedürfnis seiner Auftraggeber zu erfüllen.

MSt

Literatur

  • Romana Rosová – Martin Strakoš (eds.), Průvodce architekturou Opavy, Ostrava 2011, S. 275.
  • Pavel Šopák, Vzdálené ohlasy. Moderní architektura českého Slezska ve středoevropském kontextu 2, Opava 2014, S. 214.