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Das Gebäude ist Bestandteil des sogenannten Stöckels, einer Bebauungsstruktur aus Mietshäusern auf schmalen mittelalterlichen Parzellen in unmittelbarer Nachbarschaft des Schmetterhauses. Zu Beginn der 1930er Jahre wurde mit seiner Umgestaltung begonnen, die in einer ersten Bauetappe durch die Errichtung des angrenzenden Hauses ihren Abschluss fand. Der gesamte Block des Stöckels stellt ein einzigartiges Zeugnis der Umgestaltung des historischen Stadtkerns von Troppau (Opava) in der Ära der Ersten Tschechoslowakischen Republik dar. Zugleich bildet er einen bedeutenden Bestandteil von Horní náměstí in seiner Gestalt vor der kriegsbedingten Zerstörung des Jahres 1945.
Harald Bauer knüpfte hier an das benachbarte Eckhaus von Alexander Niedermeyer (Horní náměstí 381/58) nach Plänen des Architekten Otto Reichner aus den Jahren 1932–1933 an. Bauer entwarf im Geiste der Neuen Sachlichkeit auf einem schmalen, kleinen Grundstück ein fünfstöckiges Mietshaus mit einer wirkungsvoll komponierten Straßenfassade. Über dem verglasten Parterre wird die Fassade von seitlichen, halbkreisförmigen Säulen eingeleitet, die sich bis zum Kranzgesims erstrecken. Aus seitlicher Perspektive verwandeln sich diese Eck-Halbsäulen jedoch in seitliche, leicht vorspringende Wandpartien, die als expressiv abgeschlossene Wände mit überstehenden Kranzgesimsen gestaltet sind. Die Fassadenstruktur wird ergänzt von subtilen Brüstungs- und Überfenstergesimsen sowie symmetrisch angeordneten Paaren von dreiflügeligen Fenstern, wodurch der Eindruck eines Bandfensters entsteht, das fast die gesamte Breite der Fassade einnimmt. Im obersten Attikageschoss sind niedrige Fenster gleicher Breite eingesetzt. Die Wohnräume sind zum Marktplatz hin orientiert, während sich die Betriebsräume einschließlich des Treppenhauses zum Lichtschacht auf der Innenseite wenden.
Die gewählte Lösung und die Fassadengestaltung verleihen dem Haus trotz der Beibehaltung der schmalen mittelalterlichen Parzellierung ein deutlich modernes Erscheinungsbild. Gleichzeitig ist es eines der markantesten Zeugnisse der Neuen Sachlichkeit im historischen Kern von Troppau sowie in der Arbeit von H. Bauer.
MSt