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Der gegliederte Baukörper der tschechischen Bürgerschule (heute T.-G.-Masaryk-Grundschule) wurde auf einem freien Grundstück zwischen dem Haus des Katholischen Gesellenvereins und der Landesfinanzdirektion errichtet. Die städtebauliche Entwicklung dieser Fläche begann an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, als der Wirtschaftshof des Deutschen Ordens, der sogenannte Klippelhof, in der Nähe der Straße Na Rybníčku parzelliert wurde. Er hatte den Status einer eigenständigen Verwaltungseinheit und wies zuvor eine ländliche Bebauung auf. Zu dieser Zeit wurde die Straße an die Jaktarer Vorstadt (Jaktařské předměstí) angeschlossen. Es entstand ein neuer Platz, benannt nach dem damaligen Troppauer Bürgermeister Emil Rochowansky (heute Bezručovo náměstí), sowie nach und nach eine städtische Bebauung mit mehrgeschossigen Mietshäusern und öffentlichen Gebäuden (Haus des Katholischen Gesellenvereins, 1894–1895, Finanzdirektion Troppau, 1906–1907, Postdirektion, 1910–1911). Die Bebauung verdichtete sich nach 1918 weiter, als die Gründung der Tschechoslowakischen Republik und die anwachsende tschechische Bevölkerung in dem bis dahin überwiegend deutsch besiedelten Troppau (Opava) die Errichtung neuer öffentlicher Gebäude, insbesondere von Schulen, erforderlich machten. Damals entstand im Büro der Landesbaubehörde unter Landesbaurat Karl Gottwald der Plan zum Neubau einer tschechischen Bürgerschule.
Die Schule wurde auf Basis der damaligen Bestrebungen konzipiert, die den Unterricht und die Pausengestaltung der Schüler reformieren wollten. Gottwald entwarf eine vielgliedrige Anlage, deren Einzelbestandteile jedoch eine klar definierte und bereits von außen erkennbare Nutzung aufweisen: Das Gebäude tritt von der Straße zurück, von der es durch eine Umfassungsmauer mit zwei Eisentoren getrennt ist. An das viergeschossige Hauptgebäude mit einer symmetrischen Front, gegliedert durch große rechteckige Fenster und bekrönt von einem Attikaaufsatz mit dreieckigem Giebel, schließt sich rechts ein dreigeschossiger Seitenflügel an, der ursprünglich zur Unterbringung der Lehrkräfte bestimmt war; im rückwärtigen Bereich ist über einen quer verlaufenden, zweigeschossigen Trakt die Turnhalle angebunden. Der Haupteingang hinter der dreiachsigen Arkade öffnet sich zur Halle hin mit einer bemalten Kassettendecke aus Stahlbeton im Stil des Art déco. Das zweiläufige Treppenhaus ist ebenfalls dekorativ gestaltet. Auch die Turnhalle verfügt über eine Kassettendecke aus Stahlbeton, die durch halbrunde Bogenfenster und darüber liegende ovale Fenster beleuchtet wird. Im Inneren der Schule sind weitere originale Elemente bis heute erhalten geblieben – das Metallgeländer des Treppenhauses, das Gitter in den ovalen Fenstern zwischen dem Treppenhaus und den angrenzenden Fluren, die Bodenbeläge, die Türen, die Ausstattung der Umkleideräume und der Turnhalle. Gottwald versuchte in dem im Stil des Neoklassizismus errichteten Gebäude einen zurückhaltenden Ausdruck mit romantisierender Bildsprache zu verbinden. Dabei griff er auf Elemente zurück, die auch für sein übriges Werk charakteristisch sind – Motive von (echten oder blinden) Arkaden, Dreiecksgiebel, Gauben, zylindrische Vorsprünge oder Fenster in unterschiedlichen Formen.
Die Bürgerschule wurde nach Präsident Masaryk benannt (Masarykova II. měšťanská škola) und am 28. Oktober 1926 zum Jahrestag der Staatsgründung feierlich eröffnet.
RR