Einfamilienhaus von Josef und Josefina Vilner

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Die Straße Dolní schody, die von der Straße Janská absteigend zur Straße Boženy Němcové führt und am Tyrš-Stadion endet, wurde erst im Jahr 1929 angelegt, als eine der letzten Straßen des sich neu entwickelnden Villenviertels auf dem Gilschwitzer Hügel (Kylešovský kopec). Sie lag am Rande des Viertels, hatte aber zugleich eine sehr günstige Lage nahe dem Nordbahnhof (heute Opava východ) von Troppau (Opava). Um das Jahr 1930 entstanden hier mehrere Häuser mit charakteristischen Merkmalen des Funktionalismus bzw. der Neuen Sachlichkeit – kubische Formen, schmucklose Fassaden, Flachdächer, Bandfenster und Terrassen. Das dreistöckige Haus Nr. 1718 ließen sich im Jahr 1929 der Sattler Josef Vilner und seine Ehefrau Josefine als eines der ersten in der Straße von der tschechischen Firma Julius Vysloužil entwerfen.

Den einheitlichen kubischen Baukörper mit Flachdach ergänzt ein kontrastierender zylindrischer Treppenhausrisalit an der Nordfassade sowie das zurückgesetzte zweite Obergeschoss, das nur einen Teil der Grundfläche einnimmt und eine großzügige, nach Süden ausgerichtete Terrasse mit Rohrgeländer zugänglich macht. Bei der letzten Renovierung in den Jahren 2006–⁠2007 glichen die Architekten Tomáš Bindr und Zuzana Halfarová vom Troppauer Atelier 38 die Strenge des Hauses durch eine markante Farbgestaltung der Fassade aus. Die Kombination grauer und oranger rechteckigen Flächen verweist auf die niederländische Avantgarde-Bewegung De Stijl, die traditionelle Architektur und deren Formen ablehnt und große rechteckige Farbflächen verwendet. Die Innenraumaufteilung ist zweiachsig, wobei die Wohnräume nach Süden ausgerichtet sind und der nördliche Teil Wirtschaftsgebäude beherbergt.

 

RR

Literatur

  • Romana Rosová – Martin Strakoš (eds.), Průvodce architekturou Opavy, Ostrava 2011, S. 88.