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Der heutige Verwaltungspalast entstand durch den Umbau eines älteren Neorenaissance-Gebäudes nach einem Entwurf des Architekten Miloslav Kopřiva in den Jahren 1924–1929. Stilistisch ist er an der Schnittstelle zwischen Rondokubismus und den puristischen Tendenzen des Modernismus anzusiedeln.
Im Jahr 1743 ließ Maria Theresia in Troppau (Opava) das Hauptpostamt für Österreichisch-Schlesien einrichten. Zunächst wechselte das Amt mehrfach den Standort innerhalb der Stadt, ab den 1840er Jahren bis zum Jahr 1886 befand es sich in der Nachbarschaft des Troppauer Rathauses im Bereich des heutigen Slezanka-Gebäudes. Danach zog es in die Straße Masarykova třída in ein neues Palais im Stil der Neorenaissance, das in den Jahren 1884–1886 nach Plänen des Wiener Architekten Friedrich Setz (1837–1907) für die Bedürfnisse der Post errichtet wurde. Dieser Eckneubau war mit einer symmetrischen Fassade mit einem dreiachsigen Mittelrisalit in Anlehnung an einen Triumphbogen zur genannten Straße hin ausgerichtet, und wurde von einem Giebel mit Uhr und einem kielartig geschwungenen Dach bekrönt.
Angesichts des zunehmenden Postverkehrs entschied sich der Staat Anfang der 1920er Jahre, das Gebäude umzubauen. Das Projekt wurde vom Brünner Architekten Miloslav Kopřiva (1894–1968) ausgearbeitet, der darin Formen des Nationalen Baustils bzw. des Rondokubismus mit einem Gesamtkonzept verband, das puristische Tendenzen des Modernismus widerspiegelte. Kopřiva war nach einer kurzen Tätigkeit bei der Landespolitischen Verwaltung in Brünn (Brno) seit Beginn der 1920er Jahre selbstständig. Insbesondere für ländliche Gemeinden und Städte in Mähren und Schlesien entwarf er Schulgebäude, Sokol-Turnhallen und Verwaltungsgebäude für Finanzinstitute. In seinem Wettbewerbsentwurf für die Erweiterung des Landeshauses in Brünn aus dem Jahr 1923 verwendete Kopřiva eine ähnliche Kombination rondokubistischer und puristischer Formen.
In dem Projekt für Troppau aus dem Jahr 1925 und in der anschließenden Umsetzung von 1927–1929 betonte Kopřiva den zurückhaltenden Ansatz noch stärker. In der Ende der 1920er Jahre fertiggestellten Ausführung rhythmisierte er beispielsweise die Attika über dem dritten Stockwerk mit Pfeilern, die mit segmentförmigen Kapitellen versehen waren – ein Verweis auf seine architektonischen Anfänge und den nationalen Stil. Das Gebäude wurde nach den Anforderungen des Postamtes um ein Stockwerk aufgestockt und erhielt größere Öffnungen für Eingänge und Fenster. Die Fassade sowie die Innenräume wurden „gesäubert“, mit Betonung einer lapidaren Form- und Raumgliederung unter Einsatz von Stahlbeton- und Stahlkonstruktionen. Der dreiachsige Mittelrisalit an der Hauptfassade wurde beibehalten; darauf setzte Kopřiva im zweiten Stock eine fünfachsige Aufstockung, die den Eingangsbereich des Gebäudes betonte. Auch die Ecke des Gebäudes wurde durch den Einsatz einer zylindrischen Säule sowie einen turmartigen Aufsatz in Höhe des Attikageschosses hervorgehoben. Im Erdgeschoss wurde die Schalterhalle erweitert und umgestaltet; den Betriebsbereich des Gebäudes im Seitenflügel versah Kopřiva mit einem zweiläufigen Treppenhaus. Die Zufahrt von der Rückseite des Gebäudes von der Straße U Pošty erschließt einen rechteckigen Hof, der der Be- und Entladung von Postfahrzeugen diente.
Der Umbau wurde von dem Bauunternehmen František Kolář und Jan Rubý aus Mährisch Ostrau durchgeführt, die Metallkunst- und Handwerkselemente lieferte die Firma Vulkania aus Proßnitz (Prostějov). Das Gebäude wurde zu einem modernen Wahrzeichen der Straße Masarykova třída. Im Jahr 2014 schloss die Tschechische Post jedoch ihre dortige Filiale und verlagerte ihre Dienstleistungen in das neue Geschäfts- und Bürgerzentrum Breda & Weinstein. Das ehemalige Postgebäude wurde anschließend an einen privaten Investor verkauft. Der jetzige Eigentümer, die Firma MG PHARMA s. r. o., ist im Begriff, das Gebäude umzubauen; in Zukunft sollen dort Arztpraxen, Seniorenwohnungen, ein Café sowie ein Optikergeschäft ihren Platz finden.
MSt