Johann (Hans) Kalitta

Lebenslauf

Liste der Bauwerke des Architekten:

- Sommercafé Philipp, Nádražní okruh 434/2, Opava-Přeměstí, 1920er Jahre (abgerissen)

- Häuser für Staatsangestellte, Boženy Němcové 1264/1, 1265/3, Opava-Předměstí, 1923

- Häuser für Staatsbeamte, Zukalova 1333/14, 1334/16, 1335/18, Gudrichova 1332/6, Opava-Předměstí, 1924–⁠1926

- Haus des schlesischen Kleingärtnervereins, Hradecká 1576/51, Opava-Předměstí, 1927

- eigene Villa, Gogolova 1552/4, Opava-Předměstí, 1927–⁠1928

 

Johann Georg Maria Kalitta wurde in Troppau (Opava) in die Metzgerfamilie von Johann Kalitta und seiner Ehefrau Emanuela Kalitta, geb. Doszko, geboren. Er absolvierte die örtliche Realschule und anschließend ein Architekturstudium an der Technischen Universität Wien. Nach seiner Rückkehr nach Troppau trat er 1900 als Adjunkt in die Baubehörde der Landesregierung ein, wo er im Laufe der Zeit zum Oberbaurat aufstieg. Anfangs wohnte er in der Straße Mezi Trhy 14. Im Jahr 1901 heiratete er Anna Tögel aus Wagstadt (Bílovec). Mit der Tochter Gertrud Anna (die zweite Tochter verstarb im Alter von einem Jahr) lebte das Ehepaar zunächst in der Straße Nákladní 33, dann in der Straße Spojenců 10 und 12 und in Kalittas letzten Lebensjahren in der eigenen Villa in der Straße Gogolova. Hans Kalitta verstarb im Alter von 53 Jahren an den Folgen eines Leistenbruchs und einer Embolie im Krankenhaus des Deutschen Ordens in der Straße Popská.

Hans Kalitta entwarf und leitete im Rahmen seiner Tätigkeit bei der Landesbaubehörde Bauvorhaben, die im staatlichen Auftrag realisiert wurden. Die häufig anonymisierte und kollektive Arbeitsweise der Baubehörde erlaubt es leider nicht, alle Projekte, die er plante, eindeutig zuzuordnen. Aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg ist beispielsweise die architektonische Gestaltung der Jagdausstellung in der städtischen Turnhalle in Troppau (1907) bekannt. In den 1920er Jahren entwarf er hauptsächlich Schulen (z. B. Wagstadt) sowie die Krankenhäuser und Sanatorien in Jägerndorf (Krnov), Neu Erbersdorf-Kunau (Nové Heřminovy-Kunov) und Olbersdorf-Oberschaar (Město Albrechtice-Žáry). Außerdem plante er Beamtenwohngebäude, die große Bedeutung für die Verwaltung der neuen Republik hatten, in Troppau, Hultschin (Hlučín) und Deutsch Krawarn (Kravaře). Im Jahr 1921 entwarf er ein Restaurierungsprojekt für den Südturm der Mariä-Himmelfahrt-Pfarrkirche in Troppau. Erwähnenswert ist auch der nicht realisierte Entwurf für die Stadtverwaltung Freiwaldau (Jeseník, früher tsch. Frývaldov, 1929). Kalitta schuf außerdem Denkmäler für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs in Taschendorf (Tošovice, 1921) bei Odrau (Odry) und Lichtewerden (Světlá Hora, 1921) bei Freudenthal (Bruntál). Im Jahr 1925 verließ er den Staatsdienst und arbeitete als freier Architekt.

Hans Kalittas Bauten sind geprägt von einem konservativen Ausdruck, der sich noch in den 1920er Jahren im Geiste des Neobiedermeier und historisierender Stile (vor allem Neobarock) bewegte und dabei markante dekorative Details und volkstümliche Motive miteinbezog.

RR

Auswahl weiterer Werke

Außerhalb von Troppau realisierte Bauwerke:

- Tošovice, Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs, 1921

- Světlá Hora, Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs, 1921

- Hlučín, Dr. Edvarda Beneše 587/24, Tyršova 588/1, 589/3, Häuser für Staatsbeamte, 1922–⁠1925

- Nové Heřminovy-Kunov 70, Sanatorium für Nervenkranke, 1924–⁠1929

- Krnov, Wohnhaus für Krankenhauspersonal, 1926

- Staré Těchanovice – Jánské Koupele, Neugestaltung des Gesellschaftsraums im Kurhaus, 1926

- Město Albrechtice-Žáry 1–2, Anlage der Lungenheilstätte, 1920–⁠1925

Quellen

Literatur

  • PŠ (Pavel Šopák), Kalitta, Hans, Biografický slovník Slezska a severní Moravy, nová řada, seš. 9. (21.), Ostrava 2006, S. 38–39.
  • Pavel Šopák, Vzdálené ohlasy. Moderní architektura českého Slezska ve středoevropském kontextu 2, Opava 2014.
  • Jindřich Vybíral, Opavští architekti a stavitelé v letech 1918–⁠1938, Časopis Slezského muzea, série B – vědy historické, 37, 1988, S. 258–265, zde s. 258–259.
  • Jindřich Vybíral, Vlastní vila Hanse Kalitty, „Roztomilý domov“, in: Jindřich Vybíral (ed.), Slavné vily Moravskoslezského kraje, Praha 2008, S. 85–87.