Zum Objekt
Der Zuzug tschechischer Staatsangestellter nach Troppau (Opava) nach dem Jahr 1918 machte es erforderlich, die Wohnungsnot zu lösen. Die städtebauliche Entwicklung konzentrierte sich damals auf den Gilschwitzer Hügel (Kylešovský kopec), wo es gelungen war, Grundstücke des parzellierten Liechtensteinischen Hofes zu erwerben, der auf Grundlage des Gesetzes aus dem Jahr 1919 enteignet worden war. Zu den ersten Bauwerken, die hier entstanden, gehörten Wohnhäuser für Staatsangestellte, die unter Mitwirkung der Architekten aus der Abteilung für Hochbau des Landesbauamtes – Johann Kalitta und Karl Schmelzer – entworfen wurden.
Als erste entstanden die Häuser für Beamte der Landesregierung in der Straße Boženy Němcové. Die sechs viergeschossigen Häuser mit Walmdächern wurden in zwei freistehende, unterschiedlich gestaltete Blöcke mit S-förmigem Grundriss gegliedert. Johann Kalitta entwarf sie im Geist der traditionalistischen Architektur mit Elementen des Neobiedermeier, gekennzeichnet durch schlichte Fassaden mit Dreiecksgiebeln, polygonale Erker, flache Risalite und Portale mit halbrunden Bögen. Die zurückhaltende Ornamentik beschränkt sich auf eingetiefte, konvex-konkav geformte Rahmen in den Fensterbrüstungen und Fensterbänken. In den Häusern befanden sich auf allen Etagen zwei Zwei- oder Dreizimmerwohnungen, die abgehend vom zentralen Treppenhaus einen zwei- oder dreiachsigen Grundriss aufwiesen. Zur Straßenseite hin lagen die Wohnräume, zur Hofseite hin die Nebenräume: Küchen mit Speisekammern, Badezimmer, Dienstbotenzimmer und Loggien.
RR