Zum Objekt
Drei Jahre nach dem ersten Wohnhauskomplex für Staatsangestellte wurde eine Gruppe von vier Wohnhäusern in den Straßen Zukalova und Gudrichova fertiggestellt, erneut nach einem Entwurf von Johann Kalitta vom Landesbauamt. Die zweistöckigen Häuser mit ausgebautem Dachgeschoss unter Walmdächern wurden in zwei Baukörpergruppen von unregelmäßigem Grundriss aufgeteilt. Eine Gruppe bilden die Häuser Nr. 1332–1334, die den Hof säumen; durch die Zufahrtsstraße zum Hof abgetrennt ist das Haus Nr. 1335.
Im Vergleich zum vorherigen Kalitta-Ensemble zeichneten sich diese Häuser durch eine stärkere Ornamentik aus, die sich aus der Neorenaissance, dem Neobiedermeier und dem Jugendstil ableitet. Die Baukörper der Häuser sind asymmetrisch angelegt, dafür bietet sich ein reiches Repertoire an Erkern mit kleinen Zwiebeldächern, Risaliten, Loggien, geschwungenen Dreiecksgiebeln mit Voluten, Portalen mit kannelierten korinthischen Säulen sowie Fensterrahmungen in Form von stuckierten Rahmen in Vorhang- oder Kartuschenformen mit dekorativen Füllungen. Die verwendeten Gestaltungselemente verleihen den Häusern stellenweise einen beinahe orientalischen Charakter. Auch die Flügel der Eingangstüren sowie Tür- und Fenstergitter wurden dekorativ gestaltet. Dunklere, strukturierte Fassadenputze stehen im Kontrast zu den helleren, glatten Flächen über den Fenstern und in den Giebeln. Die Grundrisse sind zwei- oder dreiachsig aufgebaut, wobei das Eingangsvestibül mit Treppe ins Obergeschoss stets im Zentrum steht. An den Seiten befinden sich Ein- bis Dreizimmerwohnungen mit straßenseitigen Wohnräumen und Nebenräumen in Richtung Innenhof.
RR