Zum Objekt
Das Wohnhaus, das Karl Gottwald für den Chefarzt des Krankenhauses des Deutschen Ordens Kuno Kothny entwarf, entstand durch den Umbau eines älteren Objektes mit großem Garten, das bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts an der Straße Hradecká stand und im Jahr 1932 noch Mathilde Kienel gehörte.
Gottwald entwarf für Kothny ein zweistöckiges Haus im Stil einer Vorstadtvilla, das sich zur belebten Straße Hradecká mit einer eher schlichten Fassade präsentiert und lediglich durch die Bandfenster im Obergeschoss sowie den dekorativ gestalteten Haupteingang akzentuiert wird. Das Relief von Adolf Köhrer auf dem Türsturz zeigt Putti in einer medizinischen Szene; im Hintergrund ist das Ordenskrankenhaus in seiner älteren Gestalt erkennbar. Dieser Eingang mündet in eine Eckveranda, die sich mit einer zweiachsigen Arkade nach Norden öffnet. Aus dem nahezu ebenen Dach erhebt sich eine massive dreiachsige Gaube. Im südlichen, nach Westen ausgerichteten Teil des Hauses befinden sich im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss Terrassen, die durch eine einläufige Betontreppe verbunden sind und Zugang zum Garten bieten. Im Innenbereich wählte Bauer einen dreiachsigen Grundriss mit einem zentralen Flur, an den ein zweiläufiges Treppenhaus vom Haupteingang anschließt.
Kothnys Wohnhaus ist ein Beispiel für ein Bauwerk, das von der deutschen Neuen Sachlichkeit beeinflusst ist und zahlreiche Elemente traditionalistischer Architektur aufweist. Das Gebäude diente lange Zeit als Kindergarten; heute sind hier mehrere soziale Einrichtungen untergebracht.
RR