Zum Objekt
Im Jahr 1905 wurde die Troppauer Stadtbahn in Betrieb genommen. Sie verband den Platz Horní náměstí mit dem späteren Alhambra-Kino in Katharein (Kateřinky) und wurde mit Gleichstrom betrieben. Dieser wurde direkt im städtischen Elektrizitätswerk in der Straße Krnovská aus Wechselstrom erzeugt. Die Linie wurde später bis zum Stadtpark verlängert und durch eine zweite Linie ergänzt, die vom Troppauer Nordbahnhof (heute Opava východ) über die Straßen Ostrožná und Olomoucká zum Landeskrankenhaus und später zur psychiatrischen Klinik führte. Seit 1912 war eine dritte Linie zwischen Theater und Stadtfriedhof im Betrieb. Der schrittweise Ausbau des Netzes machte ein Umspannwerk direkt im Stadtzentrum an der Kreuzung aller Linien erforderlich, also in der Nähe von Horní náměstí.
Ein einfaches einstöckiges Gebäude mit einer Stahlbetonkonstruktion, ausgefüllt mit Ziegelmauerwerk und Brisolitputz, wurde im Jahr 1929 am Rybí trh errichtet, hinter der damaligen Stadtbibliothek im ehemaligen Marienanstalt. Der Architekt Erich Geldner verlieh dem Gebäude eine modernistische Gestalt; mit von flachen Lisenenrahmen gegliederten Fassaden, in deren oberen Teil er paarweise rechteckige Fenster einfügte. Ähnlich nüchtern ist auch das Innere gehalten, mit einer Stahlbetondecke und zwei Reihen von Quecksilbergleichrichtern, Transformatoren und Schnellschaltern, die 1905 von der Firma AEG Berlin hergestellt und 1931 aus dem ursprünglichen Umspannwerk hierher versetzt wurden.
Das Objekt ist ein einzigartiges technisches Denkmal mit noch erhaltenen Einrichtungs-, Betriebs- und Bauelementen, das bis ins Jahr 1985 in Betrieb war. Im Jahr 1990 wurde das historische Umspannwerk in die Liste der Kulturdenkmäler eingetragen.
RR