Lebenslauf
Liste der Objekte des Planers (Bauingenieurs):
- eigene Villa von Jaroslav Volenec, Gudrichova 1698/5, Opava-Předměstí, 1929
Jaroslav Volenec absolvierte das Realgymnasium in Tschaslau (Čáslav) und schloss 1902 das Studium an der Tschechischen Technischen Universität in Prag ab. Während seines Studiums wurde er Mitglied des Studentenvereins für Ingenieurwesen und war von 1901 bis 1902 Vorsitzender dieses Vereins.
Volenec engagierte sich für einen Neubau der tschechischen technischen Hochschule in Prag. Er arbeitete außerdem für die Fluss-Regulierungs-Kommission und war anschließend in mehreren Bauunternehmen tätig, darunter im Brückenbau bei der Prager Firma Fanta und Jiresch. Im Jahr 1904 war er für die Firma Bernard und Kress tätig, die Wasser- und Abwassersysteme errichtete. In diesem Unternehmen entwickelte Volenec ein Wasserversorgungsprojekt für die damals eigenständige Stadt Koschirz bei Prag (Košíře, heute ein Teil von Prag). Er schlug auch eine umfassende Regulierung des Flusses Iser (Jizera) vor. Im November 1907 wurde er zum Ingenieur des Bauamtes der Gemeinde Polnisch Ostrau (Polská Ostrava, später Schlesisch Ostrau / Slezská Ostrava, heute ein Teil von Ostrava) ernannt. Hier beteiligte er sich am Ausbau der Infrastruktur der zukünftigen Bergbaustadt Schlesisch Ostrau, insbesondere an der Rekonstruktion, dem Umbau und der Erweiterung des Wasserversorgungssystems sowie am Neubau eines Wasserturms in Slidnau (Hladnov) und am Bau des Kanalisationsnetzes, von Schulen und anderen öffentlichen Bauten. In den Jahren 1910–1913 beteiligte er sich unter anderem an der Gestaltung und Errichtung des Rathauses von Polnisch Ostrau in Zamost (Zámostí, heute Teil von Ostrava).
Volenec engagierte sich im Ausschuss des tschechischen Volksaufklärungsvereins (Matice osvěty lidové) und beteiligte sich am Bau von Schulen in Wirbitz (Vrbice), Reichwaldau (Rychvald) und Orlau (Orlová). Außerdem war er als Laienschauspieler im Theaterverein Kolár aktiv. Er gründete die tschechische Bürgerressource (Občanská beseda) in Schlesisch Ostrau und den ersten Fotoclub in der Region Ostrau. Nach dem Ersten Weltkrieg engagierte er sich zunächst in der Volksabstimmungstätigkeit in Teschener Schlesien. Im Jahr 1920 wurde er zum Leiter des Landesbauamtes in Troppau (Opava) ernannt. Sein Hauptaugenmerk lag auf dem Bau und der Verbesserung des Straßennetzes sowie der Regulierung der schlesischen Flüsse.
Im Jahr 1928 ging Volenec in den Ruhestand und baute sich 1929 nach seinem eigenen Entwurf eine Villa auf dem Gilschwitzer Hügel (Kylešovský kopec) in der Straße Gudrichova 1698/5 in Troppau – ein Beispiel für die Verbindung zwischen Modernismus und aufkommendem Funktionalismus. Ende der 1930er Jahre zog er nach Prag, setzte jedoch seine öffentliche Arbeit zum Wohle Schlesiens fort.
MSt
Literatur
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Romana Rosová – Martin Strakoš (eds.), Průvodce architekturou Opavy, Ostrava 2011, S. 95 a 337.
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PŠ – JKN [Pavel Šopák – Jiří Knapík], Volenec, Jaroslav, in: Biografický slovník Slezska a severní Moravy, nová řada, sešit 12. (24.), Ostrava 2009, S. 64–65.
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Jindřich Vybíral, Opavská architektura v letech 1918–1929, Časopis Slezského muzea, série B – vědy historické, 35, 1986, S. 178–179.